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Eine Strategie. Braucht man so etwas? Ich könnte jetzt mit wissenschaftlich klingenden Erklärungen oder Wikipedia-Definitionen antworten. Doch ich will es einmal auf eine andere Art und Weise versuchen.

Mit meiner eigenen Geschichte:

 

Meine Vision, meine Werte, mein Warum

 

Vor kurzem beschrieb ich hier auf meiner Homepage, was mich dazu bringt, morgens mit Elan aufzustehen. Und nein, ich meine damit nicht den Duft von frisch gebrühtem Kaffee. Eine bessere Welt, in der Ethik, Fairness und Nachhaltigkeit das wirtschaftliche Handeln bestimmen, ist meine Hoffnung. Es ist das Ziel, auf das ich hinarbeite. Meine Vision, an der ich meine Arbeit ausrichte.

Und ich erzählte auch, was mich zu dieser Vision brachte: Was ich in Ghana erlebte, was ich in Argentinien sah, zu welchen Überzeugungen ich gelangte, welche Gefühle es in mir weckte. Wie sehr dies mit Werten kollidiert, die mir wichtig sind: Fairness, Ethik, Ehrlichkeit, zum Beispiel. All das macht meinen Antrieb aus. Mein “Warum”. Dieses Warum sollte nicht nur jeder kennen, der langfristig motiviert bleiben will. Auch Kunden identifizieren sich lieber mit einer Überzeugung, als dass sie lediglich ihr Geld gegen ein Produkt tauschen.

Mein Tipp: Simon O. Sinek (https://startwithwhy.com) stellt dieses “Warum” ins Zentrum allen Denkens. Nur von hier aus kann ein “Was” – ein Angebot – entwickelt werden, das Leidenschaft weckt. – Sowohl bei den Erstellern als auch bei den Kunden. (Ein absolutes Must-Watch: https://www.youtube.com/watch?v=qp0HIF3SfI4)

Die schonungslose Selbstbetrachtung

Von hier aus startet jede Strategie

Ja, es ist wichtig, seine Motivation zu kennen. Doch damit die Vision nicht im allgemeinen „Man-müsste-eigentlich-mal…“ untergeht, muss nach dem “Warum” so bald wie möglich die nächste Überlegung folgen:  Es stellt sich die große Frage nach dem “Wie”: Wie kann ich denn erreichen, dass ich meiner Vision Schritt für Schritt näher komme? Welchen Weg muss ich einschlagen?

Anders als bei Google Maps wird Selbständigen und Unternehmern ihr aktueller Standort nicht so ohne Weiteres angezeigt. Deswegen müssen wir, bevor wir uns überhaupt auf den Strategie -Weg machen, genau analysieren, wo wir gerade stehen.

 

Die SWOT- Analyse

 

Von all den vielen Strategie-Entwicklungs-Instrumenten, die Unternehmern und Beratern zur Verfügung stehen, gehört die SWOT-Analyse zu meinen absoluten Lieblings-Methoden. Sie ist spannend und simpel und kann zu so tollen Ergebnissen führen.

 

Frage 1 – Was macht mich aus?

 

Die SWOT-Analyse bildet das Unternehmen und sein Umfeld in einer Matrix aus vier Feldern ab. Die ersten beiden Felder beschreiben Stärken und Schwächen.

Um mich nicht herunterziehen zu lassen, habe ich erst einmal damit begonnen, mir meine Stärken vor Augen zu führen:

  • Ich kann ein deutsches Buch lesen und dabei mit meiner englischen Freundin chatten und einen spanischen Film sehen.
  • Mein Streuselkuchen ist der Hammer.
  • Ich lege die einhundert Meter in…

Nein. Das führt zu nichts.

 

Natürlich muss man auch während der SWOT-Analyse seine Vision und den Unternehmenszweck vor Augen haben: Ich möchte faire, ethische, verantwortungsvolle Unternehmen dabei unterstützen, ihre rein gewinnorientierten Konkurrenten aus dem Feld zu kicken. Das ist schon viel sinnvoller. Also, was für eine Stärke könnte mir dabei behilflich sein?

  • Ich bin professionelle Texterin und Autorin.
  • Ich habe Erfahrung in der Unternehmensführung.
  • Ich arbeite in der Entwicklungshilfe in einem Schwellenland.

Das führt zu einem Ergebnis.

Und so kann man als Firma oder Selbständiger dann seine Stärken sammeln. Am besten im Team oder mit der Hilfe eines Beraters. Ich kann versichern, am Ende der Stärken-Runde ist man mega stolz und hat einfach nur noch gute Laune. Das sind die Strengths, das S, der SWOT-Analyse.

Nun kommt der eher unangenehme Teil. Das W – die Weaknesses. Ebenfalls im Team und nun nach Möglichkeit wirklich mit einem externen Blick, werden gnadenlos ehrlich die Schwächen zusammengeführt und in das zweite Feld der Matrix eingetragen.

  • Ich habe kein Startkapital.
  • Ich habe keine Kontakte.
  • Ich bin auf mich allein gestellt.

Und so weiter.

 

Frage 2 – Was umgibt mich?

 

Doch wir befinden uns ja nicht allein auf der Welt. Wie ein Unternehmen auf dem Markt agieren muss, welche Möglichkeiten es überhaupt hat, all das hängt in großem Ausmaß von seiner Umwelt ab. Von seinen Mitbewerbern, Gesetzen, Kundenwünschen…. Mit diesen Fragen befassen sich das O und das T (Opportunities and Threats) der SWOT-Analyse. Die Frage nach den Möglichkeiten wird wie folgt gestellt:

Welche Chancen eröffnen sich uns aus den Gegebenheiten in unserem Umfeld?

Das kann eine staatliche Förderung sein, ein bestimmter Markttrend, ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber dem Wettbewerb. Die Frage nach den Bedrohungen stellt sich analog: Ein Gesetz erschwert das Handeln, ein starker Wettbewerber besetzt das Marktsegment. Wichtig ist, sowohl bei den Chancen und auch den Risiken den Blick nicht zu sehr in die Zukunft zu richten, sondern sich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren. Denn von hier aus starten wir mit unserer Strategie.

Und so stellte sich dieser Analyseschritt bei mir im letzten Jahr dar: Eine Chance aus dem Umfeld war für mich Facebook. Hier habe ich Kontakte geknüpft und inspirierende Menschen kennengelernt. Auf die Netzwerke in Facebook greife ich immer wieder zurück, wenn ich Fragen habe oder das Gefühl, auf der Stelle zu treten. So bin ich nicht mehr allein auf mich gestellt. Auch die Tatsache, dass mein Partner die Möglichkeit hat, mich organisatorisch zu unterstützen, ist Gold wert.

Als ein großes Risiko hingegen habe ich im letzten Jahr die DSGVO empfunden. Ja, ja, wirst du jetzt vielleicht einwenden, aber die ist ja nicht neu. Stimmt. Mich, die ich in den vergangenen Jahren auf der Südhalbkugel wohnte, traf sie jedoch wie ein Kübel Eiswasser bei der längst vergessenen Ice-Water-Bucket-Challenge. Ich habe ebenso wie viele andere erst einmal schockiert meine Blogs vom Netz genommen. In meinen Augen war diese Verordnung eine echte Bedrohung, der ich allerdings mit Hilfe meines Facebook-Netzwerkes begegnen konnte.

Und damit komme ich der wesentlichen Frage, für die die SWOT-Analyse die in meinen Augen allerbeste Basis für die Strategie-Entwicklung bildet:

 

Frage 3 – Wie hole ich aus der jetzigen Situation das Beste heraus?

 

Diese Arbeit nun erfordert ein wenig Phantasie, macht aber auch richtig, richtig Spaß. Vor allem im Team, wenn die Ideen nur so sprudeln, und einer den anderen mit Lösungsvorschlägen übertrumpft.

Wie funktioniert das also?

Die Analyse der Schritte eins und zwei führt zu einer Übersicht der folgenden Form:

SWOT Matrix

Alle wesentlichen Aspekte der Standortbestimmung eines Unternehmens finden sich in den vier Feldern der SWOT-Matrix wieder.

 

Jetzt gilt es, die Fakten miteinander zu kombinieren und Lösungen zu entwickeln:

  • Was kann ich tun, um meine Schwächen zu mindern oder sogar in Stärken umzuwandeln? Inwieweit helfen mir dabei meine Stärken? Gibt es Einflüsse aus meinem Umfeld  – Chancen – die ich dazu nutzen kann?
  • Wie kann ich meine Stärken einsetzen, um mich gegen Risiken zu wappnen? Welche Chancen kommen mir dabei zugute?
  • Wo könnten meine Schwächen in Kombination mit Bedrohungen aus meinem Umfeld zu einer echten Gefahr für mich werden?
  • Wie kann ich meine eigenen Stärken mit den Chancen aus dem Umfeld so kombinieren, dass ich so richtig loslegen kann?

Das Ergebnis dürfte eine lange Liste mit Ideen darstellen, die das Fundament für weitere Überlegungen bilden wird.

 

Frage 4 – Wie positioniere ich mich im Wettbewerb?

 

Sie kennen nun Ihre Stärken und Schwächen Ihres Unternehmens, sind sich über das Umfeld im Klaren, in dem Sie sich bewegen, und haben auch eine ungefähre Vorstellung davon, welche Möglichkeiten Ihnen offen stehen, um aus der aktuellen Situation das Beste herauszuholen. Nun müssen Sie sich für eine Strategie- Richtung entscheiden. Sie fragen:

  1. Kann ich zu geringeren Kosten als der Wettbewerb produzieren?
  2. Besitzt mein Produkt ein einzigartiges Merkmal, das mich von meinen Wettbewerbern unterscheidet? Worin bin ich einfach deutlich besser als die Konkurrenz?
  3. Sollte ich auf dem Gesamtmarkt agieren, oder fokussiere ich mich eher auf eine Nische?

Danach gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder streben Sie eine Kostenführerschaft auf dem Markt an und unterbieten alle anderen Wettbewerber im Preis, oder Sie überzeugen Ihre Kunden durch eine Qualität, die sie bei der Konkurrenz nicht finden werden.

Beides lässt sich entweder auf dem Gesamtmarkt oder auf einem Teilmarkt – einer Nische – umsetzen.

Michael Porter, der Entwickler der Wettbewerbsstrategie bzw. Wettbewerbsmatrix sagt: Du musst dich entscheiden! Denn nichts ist schlimmer, als in the middle of nowhere zu verharren.

Ich habe mich entschieden: Ich schreibe nicht für jeden, sondern für Selbständige und Unternehmer oder Unternehmerinnen wie Sie:

Ethisch, fair und verantwortungsbewusst. Und ich denke, dass ich mit Business-Wissen und guter Schreibe wirklich etwas Wertvolles für dich schaffen kann. Das ist meine Strategie.

 

In die Umsetzung!

Sie haben jetzt alle Informationen, die du brauchst, um deine nächsten Schritte abzuleiten:

  • Sie kennen Ihr großes Ziel, Ihre Vision
  • Auch Ihr Warum: Sie wissen, warum Sie genau diese Dienstleistungen oder Produkte anbieten und keine anderen. Daher können Sie das auch Ihren Kunden überzeugend vermitteln.
  • Sie kennen die Stärken und Schwächen Ihres Unternehmens.
  • Einflüsse von Markt und Umfeld stellen keine Überraschung mehr dar.
  • Sie haben sich für eine generelle Marktstrategie als Kosten- oder Qualitätsführer entschieden.
  • Sie kennen Ihre Nische oder wissen, warum und wie Sie sich breit aufstellen werden.
  • SIe haben einen großen Fundus an Ideen, auf welche Weise Sie das beste aus Ihren Potentialen heraus holen werden.

Und nun los:

  • Definieren Sie Ihren Kunden!
  • Gestalten Sie Ihr Angebot!
  • Setzen SIe sich smarte Ziele!
  • Entwicklen Sie Ihr Unternehmen!
  • Positionieren Sie sich auf dem Markt!
  • Verbesseren Sie sich ständig!

Vor allem aber:

Haben Sie Spaß, bei dem was Sie tun.