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Intuition und Führung

Intuition und Führung

Zugegeben: Die Wörter Intuition und Führung wirken im gedanklichen Zusammenhang eher ungewohnt. Kein Wunder, gilt es doch in der Unternehmenswelt noch immer als Best Practice, eine Aufgabe auf rein rationaler Basis anzugehen. Der Kopf analysiert, der Kopf entscheidet. Zahlen und Fakten bieten ein scheinbar festes Fundament. Doch haben Sie nicht auch schon einmal gegen ihren „Bauch“, gegen ihr Gefühl gehandelt – und am Ende gesagt: „Ich wusste es doch!“? Genau dieses sogenannte Bauchgefühl ist nichts anderes, als die populäre Umschreibung des Phänomens Intuition.

„Die Intuition ist ein göttliches Geschenk, der denkende Verstand ein treuer Diener. Es ist paradox, dass wir heutzutage angefangen haben, den Diener zu verehren und die göttliche Gabe zu entweihen.“

Diese Worte stammen von keinem geringeren als Albert Einstein, einem der historisch bedeutendsten Wissenschaftler auf dem Gebiet der Physik. Und auch die Physik lässt sich zunächst nur schwer mit dem Begriff der Intuition in Einklang bringen: Auf der einen Seite stehen exakte Messungen und durchdachte Formeln – auf der anderen Seite stehen oft nur vage Ahnungen und Empfindungen.

 

 

Ein kurzer Blick in die Forschung

 

Methoden, mit denen Entscheidungen auf der Basis harter Fakten getroffen werden, gelten dem Großteil der Menschen als besonders verlässlich. Sie haben allerdings einen entscheidenden Nachteil: Sie erfordern einen überschaubaren Sachverhalt, eine klare Analyse und einige Zeit. Doch in komplexen Situationen oder dann, wenn eine schnelle Entscheidung getroffen werden muss, ist ein Rückgriff auf unsere Intuition das Mittel der Wahl. Denn unser „Bauchgefühl“ signalisiert ungleich schneller als unsere Ratio, was uns richtig erscheint. Der Psychologe Gerd Gigerenzer vom Max-Planck-Institut streicht deshalb – ebenso wie Albert Einstein – heraus:

„Man vergisst, wie wichtig Intuition ist, und wie wichtig einfache Regeln sind, die wir Heuristiken nennen, auf denen Intuition offenbar basiert, um in einer unsicheren Welt umzugehen“.

Eric Berne, ein US-amerikanischer Arzt formulierte es so: „Eine Intuition ist Wissen, das auf Erfahrung beruht und durch direkten Kontakt mit dem Wahrgenommenen erworben wird, ohne dass der intuitiv Wahrnehmende sich oder anderen genau erklären kann, wie er zu der Schlussfolgerung gekommen ist.“

Das zeigt einen ganz entscheidenden Faktor bei der Entscheidungsfindung: Intuition funktioniert nur dann, wenn die Menschen dabei auf einen möglichst großen Schatz aus Wissen und Erfahrung zurückgreifen können. Denn auch die Intuition ist keine Hellseherei. Sie nimmt direkt Zugang zu unserem Unterbewusstsein. Daher ist sie nur zuverlässig, wenn sie aus dem Vollen schöpfen kann.

Einstein Forscher

Führungserfolge – worauf kommt es an?

 

Die Menschen vor allem sind es, auf denen der Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmens beruht. Die Führungskräfte und die von ihnen angeleiteten Mitarbeiter. Somit sind zweifellos die Motivation der im Unternehmen Tätigen sowie deren Leistungsfähigkeit entscheidende Erfolgsfaktoren. Erreicht wird dies durch optimale Führung.

„Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.“ (A. Saint-Exupery)

Damit die Menschen in einem Unternehmen ihren eigenen Beitrag am Unternehmenserfolg verorten können und vor allem die notwendige intrinsische Motivation entwickeln können, die sie auch langfristig leistungsbereit hält, muss die Leitungsebene eines Unternehmens Führungskräften und Mitarbeitern eine solide und motivierende Vision geben. Die Führungskräfte des Unternehmens müssen klare Ziele und Rahmenbedingungen definieren und die Mitarbeiter befähigen und fördern, damit ihr volles Potential für das Unternehmen genutzt werden kann. Eine Vorgehensweise, die sich starr nach Manualen richtet, mit engen Regeln, Handlungsanweisungen und Sanktionen, kann durchaus kurzfristig zum Ziel führen. Die Führungsmethode des Taylorismus im 19. / 20. Jahrhundert hielt sich an diese Prinzipien – mit der Folge vollständiger Entfremdung von der Arbeit und praktisch nicht mehr vorhandener Flexibilität. Der extreme Gegenpol – der Laissez-Faire-Führungsstil – gibt den Mitarbeitern zwar maximale Eigenverantwortung und Freiheiten, doch führt das mangelnde Feedback auch hier bald zu einem Verlust der Motivation. Menschen brauchen Anleitung, Früherkennung und Intuition, Eigenverantwortung, Freiheit und Grenzen. Dieses Spannungsfeld adäquat abzustecken, liegt in der Verantwortung einer jeden Führungskraft.

 

Intuition als Wegweiser im Führungsalltag

 

Zur adäquaten Anleitung bzw. Führung von Menschen im Hinblick auf ein gesetztes Ziel gehört es auch, Entscheidungen zu treffen. Je nachdem, welchen Zeithorizont und welche Komplexität die Fragestellung aufweist, bietet sich eine rationale Herangehensweise oder eine intuitive Herangehensweise an. Wie schon beschrieben, ist die Intuition sehr gut geeignet, wenn eine Entscheidung unter Zeitdruck getroffen werden muss und der Entscheider über ein großes Wissen verfügt. In anderen Fällen bietet sich oft die rationale Vorgehensweise an. Und es gibt noch eine dritte Ausgangslage, in denen Entscheidungen seitens der Führungsebene unabdingbar sind: Wenn es darum geht „…die Sehnsucht nach dem großen weiten Meer…“ zu lehren. Eine mitreißende Vision zu erschaffen.

Experten gehen davon aus, dass vor allem Entscheidungen von großer unternehmerischer Tragweite grundsätzlich eher intuitiv getroffen werden. Hier, wo es von der Routine wegführt zur schöpferischen Arbeit, wo es darum geht, sich gedanklich in die Zukunft und auf völlig neues Terrain zu begeben, lassen sich oft rationale Fakten nicht mehr für die Entscheidungsfindung heranziehen. Es ist der Moment, in dem kreatives Gespür und „Bauchgefühl“ gefragt sind. In der Erarbeitung von Visionen und Strategien greifen Führungskräfte bewusst oder unbewusst auf ihre Intuition – „das göttliche Geschenk“ – zurück, während sie operative Entscheidungen vorwiegend rational treffen.

 

Zwischen Verstand und Intuition: Die Walt-Disney-Methode

 

Zu einem Thema grenzenlos-intuitiv Träume zu entwickeln und sie gleichzeitig kritischrational zu prüfen muss kein Widerspruch sein. Es ist vielmehr die in die Praxis umgesetzte Empfehlung, im Unternehmensalltag sowohl die intuitive Stimme als auch die rationale Sichtweise einzusetzen. Bei der Walt-Disney-Methode nach Dilts wird der Coachee zunächst in einen Zustand versetzt, der es ihm erlaubt, zu seinem intuitiven Wissen Zugang zu finden und den rationalen Verstand für einen Moment auszuschalten. Er ist nun in der Lage, groß, ohne Grenzen und ganz „verrückt“ seinen Traum zu entwickeln, ohne bereits in eine gedankliche Selbstzensur zu gehen. Im zweiten Schritt wird seine Ratio angesprochen, die objektiv denkbare Wege finden soll, das Erträumte umzusetzen. Erst im dritten Schritt wird ein autokritischer Denkprozess in Gang gesetzt, in dem vor allem die Umsetzung des Traums durch den Coachee Punkt für Punkt auf Umsetzbarkeit und Risiken hinterfragt wird.

Die Ergebnisse der vorgenannten Stationen „Träumer“, „Denker“ und „Kritiker“ stellen allesamt Erfahrungswerte dar, die nun im Bewusstsein und Unterbewusstsein des Coachees vorhanden sind. Auf diesen Erfahrungswerten setzt eine neue, intuitive Annäherung an das Thema auf. Der Coachee wird erneut durch alle drei Stufen des Entwicklungsprozesses geführt. So lange, bis eine für ihn stimmige und umsetzbare Strategie entwickelt wurde.

Das Instrument stellt eine sehr wirksame und effektive Methode der Strategieentwicklung dar, deren wichtigstes Element der intuitive Entwicklungsprozess ist. In der Praxis zeigt sich oft, dass gerade die intuitive Herangehensweise zunächst von den Führungskräften mit Skepsis betrachtet wird. Im laufenden Prozess weckt dieses spielerische Vorgehen jedoch Freude und die nötige Kreativität, um hemmende Barrieren aufzulösen und sich ein visionäres Denken zu erlauben. Die Ergebnisse sind oft beeindruckend.

 

Fazit

 

  • Es ist für Unternehmen ausgesprochen bereichernd, die rationale Entscheidungsfindung durch den Einsatz der Intuition zu ergänzen. Vor allem Führungskräfte in höheren Managementebenen sollten für die Entwicklung der Unternehmensvision und der Unternehmensstrategie intuitive Entscheidungsprozesse bewusst erlauben
  • Der Einsatz spezieller Methoden, die den Zugang zur Intuition fördern und beschleunigen, kann eindrucksvolle Ergebnisse im Planungs- und Entscheidungsprozess erzielen.
  • Die bislang noch bestehende Skepsis vieler Unternehmer und Führungskräfte gegenüber dem intuitiven Entscheidungsprozess wird sich im Laufe der Zeit verringern. Der bewusste Einsatz intuitiver Methoden in der Coaching-Arbeit kann einer veränderten Sichtweise Vorschub leisten.

 

Strategieentwicklung Schritt für Schritt erklärt

Strategieentwicklung Schritt für Schritt erklärt

Eine Strategie. Braucht man so etwas? Ich könnte jetzt mit wissenschaftlich klingenden Erklärungen oder Wikipedia-Definitionen antworten. Doch ich will es einmal auf eine andere Art und Weise versuchen.

Mit meiner eigenen Geschichte:

 

Meine Vision, meine Werte, mein Warum

 

Vor kurzem beschrieb ich hier auf meiner Homepage, was mich dazu bringt, morgens mit Elan aufzustehen. Und nein, ich meine damit nicht den Duft von frisch gebrühtem Kaffee. Eine bessere Welt, in der Ethik, Fairness und Nachhaltigkeit das wirtschaftliche Handeln bestimmen, ist meine Hoffnung. Es ist das Ziel, auf das ich hinarbeite. Meine Vision, an der ich meine Arbeit ausrichte.

Und ich erzählte auch, was mich zu dieser Vision brachte: Was ich in Ghana erlebte, was ich in Argentinien sah, zu welchen Überzeugungen ich gelangte, welche Gefühle es in mir weckte. Wie sehr dies mit Werten kollidiert, die mir wichtig sind: Fairness, Ethik, Ehrlichkeit, zum Beispiel. All das macht meinen Antrieb aus. Mein “Warum”. Dieses Warum sollte nicht nur jeder kennen, der langfristig motiviert bleiben will. Auch Kunden identifizieren sich lieber mit einer Überzeugung, als dass sie lediglich ihr Geld gegen ein Produkt tauschen.

Mein Tipp: Simon O. Sinek (https://startwithwhy.com) stellt dieses “Warum” ins Zentrum allen Denkens. Nur von hier aus kann ein “Was” – ein Angebot – entwickelt werden, das Leidenschaft weckt. – Sowohl bei den Erstellern als auch bei den Kunden. (Ein absolutes Must-Watch: https://www.youtube.com/watch?v=qp0HIF3SfI4)

Die schonungslose Selbstbetrachtung

Von hier aus startet jede Strategie

Ja, es ist wichtig, seine Motivation zu kennen. Doch damit die Vision nicht im allgemeinen „Man-müsste-eigentlich-mal…“ untergeht, muss nach dem “Warum” so bald wie möglich die nächste Überlegung folgen:  Es stellt sich die große Frage nach dem “Wie”: Wie kann ich denn erreichen, dass ich meiner Vision Schritt für Schritt näher komme? Welchen Weg muss ich einschlagen?

Anders als bei Google Maps wird Selbständigen und Unternehmern ihr aktueller Standort nicht so ohne Weiteres angezeigt. Deswegen müssen wir, bevor wir uns überhaupt auf den Strategie -Weg machen, genau analysieren, wo wir gerade stehen.

 

Die SWOT- Analyse

 

Von all den vielen Strategie-Entwicklungs-Instrumenten, die Unternehmern und Beratern zur Verfügung stehen, gehört die SWOT-Analyse zu meinen absoluten Lieblings-Methoden. Sie ist spannend und simpel und kann zu so tollen Ergebnissen führen.

 

Frage 1 – Was macht mich aus?

 

Die SWOT-Analyse bildet das Unternehmen und sein Umfeld in einer Matrix aus vier Feldern ab. Die ersten beiden Felder beschreiben Stärken und Schwächen.

Um mich nicht herunterziehen zu lassen, habe ich erst einmal damit begonnen, mir meine Stärken vor Augen zu führen:

  • Ich kann ein deutsches Buch lesen und dabei mit meiner englischen Freundin chatten und einen spanischen Film sehen.
  • Mein Streuselkuchen ist der Hammer.
  • Ich lege die einhundert Meter in…

Nein. Das führt zu nichts.

 

Natürlich muss man auch während der SWOT-Analyse seine Vision und den Unternehmenszweck vor Augen haben: Ich möchte faire, ethische, verantwortungsvolle Unternehmen dabei unterstützen, ihre rein gewinnorientierten Konkurrenten aus dem Feld zu kicken. Das ist schon viel sinnvoller. Also, was für eine Stärke könnte mir dabei behilflich sein?

  • Ich bin professionelle Texterin und Autorin.
  • Ich habe Erfahrung in der Unternehmensführung.
  • Ich arbeite in der Entwicklungshilfe in einem Schwellenland.

Das führt zu einem Ergebnis.

Und so kann man als Firma oder Selbständiger dann seine Stärken sammeln. Am besten im Team oder mit der Hilfe eines Beraters. Ich kann versichern, am Ende der Stärken-Runde ist man mega stolz und hat einfach nur noch gute Laune. Das sind die Strengths, das S, der SWOT-Analyse.

Nun kommt der eher unangenehme Teil. Das W – die Weaknesses. Ebenfalls im Team und nun nach Möglichkeit wirklich mit einem externen Blick, werden gnadenlos ehrlich die Schwächen zusammengeführt und in das zweite Feld der Matrix eingetragen.

  • Ich habe kein Startkapital.
  • Ich habe keine Kontakte.
  • Ich bin auf mich allein gestellt.

Und so weiter.

 

Frage 2 – Was umgibt mich?

 

Doch wir befinden uns ja nicht allein auf der Welt. Wie ein Unternehmen auf dem Markt agieren muss, welche Möglichkeiten es überhaupt hat, all das hängt in großem Ausmaß von seiner Umwelt ab. Von seinen Mitbewerbern, Gesetzen, Kundenwünschen…. Mit diesen Fragen befassen sich das O und das T (Opportunities and Threats) der SWOT-Analyse. Die Frage nach den Möglichkeiten wird wie folgt gestellt:

Welche Chancen eröffnen sich uns aus den Gegebenheiten in unserem Umfeld?

Das kann eine staatliche Förderung sein, ein bestimmter Markttrend, ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber dem Wettbewerb. Die Frage nach den Bedrohungen stellt sich analog: Ein Gesetz erschwert das Handeln, ein starker Wettbewerber besetzt das Marktsegment. Wichtig ist, sowohl bei den Chancen und auch den Risiken den Blick nicht zu sehr in die Zukunft zu richten, sondern sich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren. Denn von hier aus starten wir mit unserer Strategie.

Und so stellte sich dieser Analyseschritt bei mir im letzten Jahr dar: Eine Chance aus dem Umfeld war für mich Facebook. Hier habe ich Kontakte geknüpft und inspirierende Menschen kennengelernt. Auf die Netzwerke in Facebook greife ich immer wieder zurück, wenn ich Fragen habe oder das Gefühl, auf der Stelle zu treten. So bin ich nicht mehr allein auf mich gestellt. Auch die Tatsache, dass mein Partner die Möglichkeit hat, mich organisatorisch zu unterstützen, ist Gold wert.

Als ein großes Risiko hingegen habe ich im letzten Jahr die DSGVO empfunden. Ja, ja, wirst du jetzt vielleicht einwenden, aber die ist ja nicht neu. Stimmt. Mich, die ich in den vergangenen Jahren auf der Südhalbkugel wohnte, traf sie jedoch wie ein Kübel Eiswasser bei der längst vergessenen Ice-Water-Bucket-Challenge. Ich habe ebenso wie viele andere erst einmal schockiert meine Blogs vom Netz genommen. In meinen Augen war diese Verordnung eine echte Bedrohung, der ich allerdings mit Hilfe meines Facebook-Netzwerkes begegnen konnte.

Und damit komme ich der wesentlichen Frage, für die die SWOT-Analyse die in meinen Augen allerbeste Basis für die Strategie-Entwicklung bildet:

 

Frage 3 – Wie hole ich aus der jetzigen Situation das Beste heraus?

 

Diese Arbeit nun erfordert ein wenig Phantasie, macht aber auch richtig, richtig Spaß. Vor allem im Team, wenn die Ideen nur so sprudeln, und einer den anderen mit Lösungsvorschlägen übertrumpft.

Wie funktioniert das also?

Die Analyse der Schritte eins und zwei führt zu einer Übersicht der folgenden Form:

SWOT Matrix

Alle wesentlichen Aspekte der Standortbestimmung eines Unternehmens finden sich in den vier Feldern der SWOT-Matrix wieder.

 

Jetzt gilt es, die Fakten miteinander zu kombinieren und Lösungen zu entwickeln:

  • Was kann ich tun, um meine Schwächen zu mindern oder sogar in Stärken umzuwandeln? Inwieweit helfen mir dabei meine Stärken? Gibt es Einflüsse aus meinem Umfeld  – Chancen – die ich dazu nutzen kann?
  • Wie kann ich meine Stärken einsetzen, um mich gegen Risiken zu wappnen? Welche Chancen kommen mir dabei zugute?
  • Wo könnten meine Schwächen in Kombination mit Bedrohungen aus meinem Umfeld zu einer echten Gefahr für mich werden?
  • Wie kann ich meine eigenen Stärken mit den Chancen aus dem Umfeld so kombinieren, dass ich so richtig loslegen kann?

Das Ergebnis dürfte eine lange Liste mit Ideen darstellen, die das Fundament für weitere Überlegungen bilden wird.

 

Frage 4 – Wie positioniere ich mich im Wettbewerb?

 

Sie kennen nun Ihre Stärken und Schwächen Ihres Unternehmens, sind sich über das Umfeld im Klaren, in dem Sie sich bewegen, und haben auch eine ungefähre Vorstellung davon, welche Möglichkeiten Ihnen offen stehen, um aus der aktuellen Situation das Beste herauszuholen. Nun müssen Sie sich für eine Strategie- Richtung entscheiden. Sie fragen:

  1. Kann ich zu geringeren Kosten als der Wettbewerb produzieren?
  2. Besitzt mein Produkt ein einzigartiges Merkmal, das mich von meinen Wettbewerbern unterscheidet? Worin bin ich einfach deutlich besser als die Konkurrenz?
  3. Sollte ich auf dem Gesamtmarkt agieren, oder fokussiere ich mich eher auf eine Nische?

Danach gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder streben Sie eine Kostenführerschaft auf dem Markt an und unterbieten alle anderen Wettbewerber im Preis, oder Sie überzeugen Ihre Kunden durch eine Qualität, die sie bei der Konkurrenz nicht finden werden.

Beides lässt sich entweder auf dem Gesamtmarkt oder auf einem Teilmarkt – einer Nische – umsetzen.

Michael Porter, der Entwickler der Wettbewerbsstrategie bzw. Wettbewerbsmatrix sagt: Du musst dich entscheiden! Denn nichts ist schlimmer, als in the middle of nowhere zu verharren.

Ich habe mich entschieden: Ich schreibe nicht für jeden, sondern für Selbständige und Unternehmer oder Unternehmerinnen wie Sie:

Ethisch, fair und verantwortungsbewusst. Und ich denke, dass ich mit Business-Wissen und guter Schreibe wirklich etwas Wertvolles für dich schaffen kann. Das ist meine Strategie.

 

In die Umsetzung!

Sie haben jetzt alle Informationen, die du brauchst, um deine nächsten Schritte abzuleiten:

  • Sie kennen Ihr großes Ziel, Ihre Vision
  • Auch Ihr Warum: Sie wissen, warum Sie genau diese Dienstleistungen oder Produkte anbieten und keine anderen. Daher können Sie das auch Ihren Kunden überzeugend vermitteln.
  • Sie kennen die Stärken und Schwächen Ihres Unternehmens.
  • Einflüsse von Markt und Umfeld stellen keine Überraschung mehr dar.
  • Sie haben sich für eine generelle Marktstrategie als Kosten- oder Qualitätsführer entschieden.
  • Sie kennen Ihre Nische oder wissen, warum und wie Sie sich breit aufstellen werden.
  • SIe haben einen großen Fundus an Ideen, auf welche Weise Sie das beste aus Ihren Potentialen heraus holen werden.

Und nun los:

  • Definieren Sie Ihren Kunden!
  • Gestalten Sie Ihr Angebot!
  • Setzen SIe sich smarte Ziele!
  • Entwicklen Sie Ihr Unternehmen!
  • Positionieren Sie sich auf dem Markt!
  • Verbesseren Sie sich ständig!

Vor allem aber:

Haben Sie Spaß, bei dem was Sie tun.

 

Fairness – ein großer Begriff

Fairness – ein großer Begriff

 

Fairness – was ist das eigentlich?

 

Faire Unternehmen, Fairplay, Fair Trade… Das Wort fair ist in aller Munde. Und ja, ich nutze es auch, um zu beschreiben, was mir wichtig ist. Doch was macht uns eigentlich so sicher, dass wir nicht mit tiefer Überzeugung aneinander vorbeireden?

 

H&M ist unfair. OTTO ist fair.

 

Was es mit diesen kryptischen Aussagen auf sich hat, werde ich ein paar Absätze später auflösen. Doch zunächst möchte ich zwei kleine Geschichten erzählen.

Fairness im Auge des Betrachters

 

Als ich 2012 das erste Mal in Argentinien war, brachten mich zwei Dinge zum Staunen. Bei allen Problemen, die das Land begleiten: Öffentliche Schulen, Universitäten und Krankenhäuser sind komplett kostenfrei. Zu Bildung und Gesundheit, zu dem – wie ich meine – Wichtigsten im Leben hat absolut jeder Zugang. Das ist fair, dachte ich, und bestätigte damit eine der möglichen Bedeutungen von Fairness im Sprachgebrauch: Alle haben die gleichen Möglichkeiten, niemand wird ausgeschlossen, niemand wird bevorzugt.

Dann saß ich beim Arzt. Die Ausstattung in den öffentlichen Krankenhäusern lässt sich nicht unbedingt mit den privaten oder mit den an die verschiedenen Krankenkassen angeschlossenen Einrichtungen vergleichen. Aber die Versorgung ist gut. Ich wurde gratis behandelt, man gab mir ohne weiter zu fragen Medikamente für mehrere Wochen. Als ich ging, schaute ich noch einmal zu den anderen Patienten: Mütter mit Kindern auf dem Schoß, Rentner, Menschen, die sichtlich ärmer waren, als ich. Ich fühlte die Tabletten in der Jackentasche: War das jetzt wirklich fair?

Fair? Die Renten reichen oft nicht zum Leben

Die argentinischen Renten sind erschreckend niedrig. Miete und Stromkosten übersteigen bereits häufig das Monatseinkommen. Dazu kommt, dass zahlreiche Medikamente weder vom Staat, noch von den Krankenkassen bezahlt werden. Dieser Mann hier verkauft Taubenfutter, um über die Runden zu kommen.

Gleichheit

 

Fairness und Gleichheit werden gern verwechselt. Vermutlich auch, weil es einfacher ist, jedem einfach das Gleiche zukommen zu lassen, als sich Gedanken um unterschiedliche Bedingungen und Bedürfnisse zu machen. Doch es ist eine Verwechslung: Fair und gleich haben nur ansatzweise etwas miteinander zu tun.

Vor gut einem Jahr sorgte eine Nachricht für hitzige Diskussionen in Buenos Aires. In einem etwas rauheren Viertel der Hauptstadt, La Boca, wurde ein US-amerikanischer Tourist bei einem Raubüberfall niedergestochen. Mit zehn Stichwunden wurde er sofort ins nahegelegene Krankenhaus Argerich gebracht und notoperiert. Dieser Eingriff, für den er in seiner Heimat möglicherweise -zigtausend Dollar hätte zahlen müssen, kostete ihn in Argentinien keinen Cent.

„Wie unfair ist das denn?“, sagten die Einen. „Wenn wir in die USA reisen würden, müssten wir eine teure Krankenversicherung abschließen. Und er bekommt von unseren Steuergeldern alles für lau. „“Nur fair“, sagten die Anderen: „Wenn einer von uns diesen Mann fast umbringt, dann ist es ja wohl das Mindeste, dass wir ihm das Leben retten und ihn wieder gesund pflegen.“

 

Gerechtigkeit

 

Fairness wird im Spanischen mit “Justicia” – Gerechtigkeit – übersetzt. Und ist es nicht auch genau das, was wir damit meinen? Das ist unfair! Das ist ungerecht. Es hat nicht unbedingt etwas mit Gleichheit in der Behandlung zu tun. Niemand würde allen Ernstes von Fairness sprechen, wenn ein zehnjähriger Ladendieb vor Gericht die gleiche Strafe erhielte wie ein vierzigjähriger Mörder.

Joe Wolek hat niemandem etwas weggenommen, als er operiert wurde. Er hatte einfach Glück. Das nächstgelegene Krankenhaus war zufällig ein öffentliches. Wäre er in einem privaten Institut gelandet, wäre es auch für ihn teuer geworden. Doch Glück und Fairness hängen nicht unbedingt zusammen.

Trotzdem regten sich sehr viele Menschen auf. Denn die empfundene Ungerechtigkeit geht über die aufgewendeten Steuergelder hinaus: Amerikanische Touristen gelten per se als reich. Die USA gehört zur “ersten Welt”, Joe konnte sich einen Urlaub und einen teuren Flug leisten. All das sind Privilegien, die sich nur wenige Argentinier gönnen können. Und dieser Joe nimmt also das Wenige, was ihnen zur Verfügung steht, auch noch ohne Gegenleistung in Anspruch.

 

Gerechte Verteilung

 

Das ist etwa der Gedanke, den auch ich im Krankenhaus hatte. Es ist eine Unfairness, die ihren Ursprung schon in einer anderen Ungerechtigkeit hat: Dieser Joe kann sich ein Leben leisten, das den meisten Argentiniern verwehrt ist. Mehr noch: Sie werden bei aller Anstrengung niemals diesen Lebensstandard erreichen. So wäre es doch nur fair, wenn derjenige, dem mehr zur Verfügung steht, auch mehr geben müsste. Oder zumindest weniger erhalten. Hier geht es um Verteilungsgerechtigkeit.

Fair? Das größte Elendsviertel von Buenos Aires gleich neben den Glastürmen der Superreichen

Die Villa 31 in Buenos Aires. Das größte Elendsviertel der Stadt. Gleich neben den Glitzertürmen der Superrreichen.

Belohnung

 

Und es kommt noch ein weiterer Aspekt dazu: Joe ist mit hoher Wahrscheinlichkeit weder schlauer noch fleißiger als die Mehrheit der Argentinier. Er hatte einfach nur das Glück, in anderen Land geboren worden zu sein. Er hat sich seine Privilegien nicht durch besondere Leistungen verdient. Wofür wird er belohnt? Wie unfair!

Gleichbehandlung, gerechte Belohnung oder Bestrafung, und der Ausgleich von Vor- und Nachteilen: Das sind die unterschiedlichen Aspekte, wenn wir von Fairness reden.

 

Aber was sind faire Unternehmen?

 

H&M ist es auf gar keinen Fall, IKEA nicht und Shell schon gar nicht. Woher ich diese dreiste Behauptung nehme? Die Fairness-Stiftung in Frankfurt zeigt in ihrem Fairness-Check wie ernst es Unternehmen mit ihren Fairness-Versprechen gegenüber

  • ihren Mitarbeitern
  • ihren Kunden
  • der Umwelt
  • der Öffentlichkeit und auch
  • ihrer Konkurrenz nehmen.

 

Billig und unfair

 

H&M – auf Platz 1 der unfairen Unternehmen – schreibt die Fairness-Stiftung folgende Merkmale zu:

  • Müttern mit Kindern würde die Arbeit unnötig erschwert.
  • Die von H&M vertriebenen Produkte seien nicht nachhaltig.
  • Mit unfairen Personalkostensenkungen gehe H&M in einen Preiskampf mit der Konkurrenz.
  • Mangelfreie Textilien würden massenhaft verbrannt.
  • Die Öffentlichkeit würde durch Intransparenz und die Verweigerung von Antworten im Unklaren über die Textilherstellung gelassen.

Fair? Auch in Buenos Aires leben viele Menschen von den Abfällen, die sie auf den Müllhalden finden

Auch in Buenos Aires leben Menschen von den Abfällen der Müllhalden. Die Regierung öffnet „großzügig“ zwei Stunden am Tag den Zugang zu den Deponien. So können die Jungen und Männer nach abgelaufenen Lebensmitteln, Kleidung oder Kupfer suchen.

Woran macht die Fairness-Stiftung ihre Einschätzung fest?

 

Die Fairness eines Unternehmens wird demnach noch einmal unter einem anderen Blickwinkel beurteilt. Für die Fairness-Stiftung sind das kurzgefasst vier Aspekte:

  • Achtung und Respekt jedem einzelnen Menschen gegenüber – ohne jedwede Diskriminierung
  • der Ausgleich unterschiedlicher Neigungen, Möglichkeiten und Ziele
  • der wechselseitige Beachtung förderlicher Regeln im Umgang miteinander und im Verhältnis zwischen Menschen, Organisationen und Medien sowie
  • soziales, ethisches und ökologisches Unternehmenshandeln

Die GLS-Bank, die nach eigenen Aussagen „die erste sozial-ökologische Universalbank der Welt“, rankt im Fairness-Check auf Nummer eins. Die Bank befindet sich in einem offenen Austausch mit ihren Kunden, die dies mit einer überdurchschnittlichen Kundenzufriedenheit honorieren. Sie geht sowohl mit ihren Mitarbeitern als auch mit ihren Wettbewerbern respektvoll um, Konflikte werden fair ausgetragen. Vor allem aber ist die Bank sehr stark auf soziale, integrative und ökologische Projekte ausgerichtet. Es handelt sich um das entscheidende Auswahlkriterium bei der Kreditvergabe durch die GLS.

Daher trägt die GLS nach Ansicht der Fairness-Stiftung die Bezeichnung “erste sozial-ökonomische Universalbank der Welt” nur zu Recht. Im Jahr 2011 erhielt sie den Deutschen Fairness Preis.

 

Zeige der Welt, dass Ethik und Erfolg zusammengehören

 

Dazu möchte ich meine Kunden immer wieder auffordern. Faire Unternehmen, die ich unter anderem mit lesenswerten Branding-Stories sichtbar mache. Meine Vision ist, dass faire Arbeitgeber, Anbieter und Wettbewerber eines Tages die Unternehmen vom Markt verdrängen, die ohne Skrupel nur auf satte Gewinne aus sind.

Wie das Beispiel der GLS-Bank zeigt, führt das transparente Verhalten der Bank zu einer außergewöhnlichen Kundenzufriedenheit. Und während die Arbeitnehmer bei H&M die Arbeitsbedingungen sogar überwiegend als psychisch und emotional schädigend bezeichnen, wurde dem Unternehmen tegut…, auf Platz zwei der fairen Unternehmen, sogar mehrfach der Preis “Great Place to Work” verliehen.

Zufriedene Kunden, motivierte Mitarbeiter. Das ist die Mischung, aus denen Unternehmenserfolge entstehen. Schon 2016 veröffentlichte die Wirtschaftswoche einen Bericht, nach dem nachhaltig wirtschaftende Unternehmen lang-, aber auch kurzfristig erfolgreicher sind als ihre von Analysten und Aktionären getriebenen Wettbewerber. So würden BMW, SAP und Siemens regelmäßig die internationalen Nachhaltigkeitsrankings anführen.

 

Ethik und Erfolg gehören zusammen. Man kann es gar nicht oft genug schreiben.